Welches Hühnerfutter eignet sich für Junghennen?

Welches Hühnerfutter eignet sich für Junghennen?

Du fragst dich, welches Hühnerfutter für deine Junghennen am besten geeignet ist, um ihnen einen gesunden Start ins Leben zu ermöglichen und sie optimal auf die Legeperiode vorzubereiten? Dieser Text liefert dir die entscheidenden Informationen, damit du die richtige Wahl triffst und deine Hühner von Anfang an bestens versorgt sind.

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Der Nährstoffbedarf von Junghennen: Wachstumsphase verstehen

Die Phase vom Küken bis zur ausgewachsenen Henne ist eine kritische Zeit, in der deine Junghennen einen spezifischen Nährstoffbedarf haben, der sich deutlich von dem von ausgewachsenen Legehennen unterscheidet. In dieser Wachstumsphase sind sie besonders auf eine ausgewogene Ernährung angewiesen, die reich an Proteinen für den Muskelaufbau, essentiellen Aminosäuren wie Lysin und Methionin für ein gesundes Gefieder und Knochenentwicklung, sowie Vitaminen und Mineralstoffen zur Stärkung des Immunsystems ist. Der Kalziumbedarf ist in dieser frühen Phase noch geringer als bei Legehennen, da die Knochenbildung und nicht die Eierschalenproduktion im Vordergrund steht. Eine zu hohe Kalziumzufuhr kann die Nieren belasten. Der Energiebedarf ist ebenfalls hoch, da stetig gewachsen wird. Daher ist es essenziell, ein Futter zu wählen, das exakt auf diese Bedürfnisse abgestimmt ist.

Welche Futterarten eignen sich für Junghennen?

Für Junghennen gibt es verschiedene Futterarten, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind. Die Auswahl hängt oft vom Alter deiner Tiere und den angebotenen Zusatzfutter ab.

  • Kükenstarter (Starterfutter): Dieses Futter ist für die allerersten Lebenswochen konzipiert, typischerweise bis zur 6.-8. Lebenswoche. Es ist besonders fein vermahlen und sehr energiereich, mit einem hohen Proteingehalt (oft 20-24%) und einer optimierten Aminosäurebilanz. Es enthält oft auch spezifische Zusätze wie Kokzidiostatika, um Küken vor dieser häufigen Krankheit zu schützen. Wenn du Küken von einem Züchter übernimmst, ist es ratsam, zunächst das Futter beizubehalten, das die Tiere gewohnt sind, und dann langsam auf dein gewähltes Starterfutter umzustellen.
  • Küken- oder Junghennenfutter (Aufzuchtfutter): Ab der 6.-8. Lebenswoche bis zur Legereife (ca. 16-20 Wochen) benötigen deine Hühner ein Aufzuchtfutter. Dieses Futter hat einen etwas geringeren Proteingehalt (ca. 16-19%) als das Starterfutter, aber immer noch einen ausreichenden Anteil für ein gesundes Wachstum. Der Energiegehalt ist ebenfalls moderat. Wichtig ist, dass dieses Futter weiterhin die notwendigen Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe für die fortschreitende Entwicklung und die Vorbereitung auf die Legeperiode liefert.
  • Körnerfutter/Körner-Mix: Reines Körnerfutter allein reicht für Junghennen nicht aus, da es oft nicht die erforderliche Nährstoffdichte, insbesondere an Proteinen und essentiellen Aminosäuren, aufweist. Du kannst jedoch einen hochwertigen Körner-Mix als Ergänzung anbieten, sobald die Tiere älter sind und du mit der Fütterung von Alleinfuttermitteln beginnst. Dies dient als Beschäftigung und liefert zusätzliche Energie, sollte aber nie die Hauptnahrungsquelle darstellen. Achte darauf, dass die Körner nicht zu grob sind und gut von den Junghennen aufgenommen werden können.

Der richtige Futterwechsel: Sanft und schrittweise

Ein plötzlicher Wechsel des Futters kann zu Verdauungsproblemen bei Junghennen führen. Daher ist es ratsam, die Futterumstellung schrittweise durchzuführen. Beginne damit, das neue Futter in kleinen Mengen unter das alte Futter zu mischen. Erhöhe den Anteil des neuen Futters über mehrere Tage hinweg, während du den Anteil des alten Futters reduzierst. Beobachte deine Tiere während dieser Umstellung genau. Sie sollten das neue Futter gut annehmen und keine Anzeichen von Verdauungsstörungen wie Durchfall oder Appetitlosigkeit zeigen.

Wichtige Inhaltsstoffe im Junghennenfutter

Ein qualitativ hochwertiges Junghennenfutter zeichnet sich durch spezifische Inhaltsstoffe aus, die auf die Wachstumsphase abgestimmt sind. Achte auf folgende Komponenten:

  • Hoher Proteingehalt: Für den Aufbau von Muskelmasse und die Entwicklung des Gefieders. Die Proteinquellen sollten gut verdaulich sein (z.B. Soja, Erbsen, Fischmehl in zertifizierter Qualität).
  • Essentielle Aminosäuren: Insbesondere Lysin und Methionin sind kritisch für das Gefiederwachstum und die allgemeine Entwicklung.
  • Optimiertes Kalzium-Phosphor-Verhältnis: In dieser Phase ist ein Verhältnis von etwa 2:1 wichtig. Ein zu hoher Kalziumgehalt kann, wie erwähnt, schädlich sein.
  • Vitamine und Spurenelemente: Eine breite Palette an Vitaminen (z.B. A, D3, E, K, B-Vitamine) und Spurenelementen (z.B. Eisen, Zink, Mangan, Kupfer) ist essenziell für Stoffwechselprozesse, Immunfunktion und Knochengesundheit.
  • Optional: Kokzidiostatika: In vielen Starterfuttern enthalten, um Küken vor Kokzidiose zu schützen. Bei älteren Junghennen oder wenn keine Kokzidiose im Bestand vorliegt, kann auch auf futter mit Kokzidiostatika verzichtet werden.

Was Junghennen NICHT fressen dürfen

Neben dem richtigen Futter ist es ebenso wichtig zu wissen, welche Lebensmittel für Junghennen schädlich oder ungeeignet sind. Vermeide unbedingt:

  • Süßigkeiten und zuckerhaltige Lebensmittel: Diese können das Verdauungssystem überlasten und sind nährstoffarm.
  • Avocado: Enthält Persin, eine Substanz, die für Geflügel giftig sein kann.
  • Rohe Kartoffeln und grüne Kartoffeln: Rohe Kartoffeln sind schwer verdaulich, grüne Stellen enthalten Solanin, ein Nervengift. Gekochte Kartoffeln in Maßen sind in Ordnung.
  • Zwiebeln und Knoblauch in großen Mengen: Können den Geschmack der Eier beeinflussen und bei übermäßigem Verzehr zu Verdauungsproblemen führen. Kleine Mengen als Leckerli sind meist unbedenklich.
  • Schokolade und Koffein: Diese Substanzen sind für Hühner giftig.
  • Rohe oder ungekochte Hülsenfrüchte (außer solche, die speziell für Geflügel verarbeitet wurden): Können toxische Substanzen enthalten.
  • Scharfe Gewürze: Können das Verdauungssystem reizen.
  • Verdorbenes oder verschimmeltes Futter: Kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen.

Futteraufnahme und Futterumgebung gestalten

Die Art und Weise, wie du das Futter anbietest, spielt ebenfalls eine Rolle für die gesunde Entwicklung deiner Junghennen. Stelle sicher, dass das Futter stets frisch und sauber ist. Verwende geeignete Futtertröge, die so konstruiert sind, dass sie eine Verschmutzung des Futters durch Kot minimieren. Achte darauf, dass alle Tiere im Stall problemlos an das Futter gelangen können, auch die rangniedrigeren. Die Futtertröge sollten so aufgestellt sein, dass sie leicht zugänglich sind, aber auch so, dass sie nicht im Staub oder Dreck stehen. Eine konstante Verfügbarkeit von frischem Wasser ist ebenso unerlässlich wie die Futterversorgung.

Strukturierte Übersicht: Junghennenfutter im Vergleich

Futterkategorie Altersempfehlung Proteingehalt (ca.) Schwerpunkt Besonderheiten
Kükenstarter (Starterfutter) 0-8 Wochen 20-24% Schnelles Wachstum, Immunaufbau Fein vermahlen, hohe Nährstoffdichte, oft mit Kokzidiostatika
Küken-/Junghennenfutter (Aufzuchtfutter) 8-18 Wochen 16-19% Gleichmäßiges Wachstum, Vorbereitung auf Legeperiode Moderater Proteingehalt, ausgewogene Nährstoffversorgung
Körner-Mix (als Ergänzung) Ab 8-10 Wochen (in Maßen) Niedrig (variiert stark) Beschäftigung, zusätzliche Energie Nur als Ergänzung, kein Alleinfutter

Häufige Fragen zur Junghennenfütterung

Wann sollte ich mit dem Junghennenfutter beginnen?

Du beginnst mit einem spezifischen Kükenstarterfutter ab dem ersten Tag. Sobald deine Küken etwa 6 bis 8 Wochen alt sind, stellst du schrittweise auf ein Küken- oder Junghennenfutter um, das für die Aufzuchtphase bis zur Legereife geeignet ist.

Wie viel Futter benötigen Junghennen pro Tag?

Die Futtermenge variiert je nach Alter, Rasse und Haltungsbedingungen. Generell brauchen Junghennen in der Wachstumsphase etwa 100-120 Gramm Futter pro Tag. Achte darauf, dass immer ausreichend Futter zur Verfügung steht, da sie den ganzen Tag über immer wieder kleine Mengen aufnehmen.

Darf ich Junghennen mit Legehennenfutter füttern?

Nein, das ist nicht empfehlenswert. Legehennenfutter hat einen höheren Kalziumgehalt, der für die Eierschalenproduktion unerlässlich ist. Dieser hohe Kalziumgehalt kann jedoch die Nieren junger Hühner belasten, die sich noch im Wachstum befinden und noch keine Eier legen.

Was ist der Unterschied zwischen Kükenstarter und Junghennenfutter?

Kükenstarter hat einen höheren Proteingehalt und eine höhere Nährstoffdichte, um das schnelle Wachstum in den ersten Lebenswochen zu unterstützen. Junghennenfutter hat einen etwas geringeren Proteingehalt und ist auf das gleichmäßigere Wachstum und die Entwicklung bis zur Legereife ausgelegt.

Ist es in Ordnung, Junghennen auch Küchenabfälle zu geben?

In sehr kleinen Mengen und nur bestimmte Arten von Küchenabfällen sind in Ordnung, aber sie sollten niemals die Hauptnahrungsquelle darstellen. Achte streng darauf, welche Abfälle du gibst. Stark verarbeitete, salzige, zuckerhaltige oder verdorbene Lebensmittel sind absolut tabu.

Wie erkenne ich, ob das Futter für meine Junghennen geeignet ist?

Ein geeignetes Futter erkennst du an gesunden, aktiven und gut wachsenden Junghennen. Sie sollten ein glänzendes Gefieder haben, keine Anzeichen von Mangelerscheinungen zeigen und ihr Gewicht entsprechend dem Alter zunehmen. Ein weiterer Indikator ist eine gute Verdauung, also fester Kot ohne Auffälligkeiten.

Ab wann dürfen Junghennen Grit fressen?

Du kannst Grit bereits ab den ersten Lebenstagen anbieten. Spezieller Küken-Grit ist feiner und leichter zu handhaben. Grit ist für die Verdauung von körnigem Futter unerlässlich, da er hilft, die Nahrung im Muskelmagen zu zermahlen. Auch wenn Junghennen hauptsächlich Pellets oder Mehlfutter fressen, ist Grit empfehlenswert.

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