Hühnerfutter Aufzuchtfutter Junghennen

Hühnerfutter Aufzuchtfutter Junghennen

Suchst du nach dem perfekten Futter, um deine jungen Hennen gesund und kräftig aufwachsen zu lassen? Dieser Ratgeber erklärt dir, worauf es bei der richtigen Fütterung von Küken und Junghennen ankommt, welche Nährstoffe entscheidend sind und wie du sie optimal versorgst, damit sie sich zu gesunden Legehennen entwickeln.

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Die entscheidende Phase: Was Junghennenfutter leisten muss

Die Aufzuchtphase ist für junge Hühner von fundamentaler Bedeutung. In den ersten Lebenswochen legen sie den Grundstein für ihre Gesundheit, ihre spätere Legeleistung und ihre Widerstandsfähigkeit. Das richtige Aufzuchtfutter, oft auch als Kükenstarter oder Junghennenfutter bezeichnet, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Es muss speziell auf die Bedürfnisse von Hühnern im Wachstum abgestimmt sein, die sich stark von denen ausgewachsener Tiere unterscheiden. Der Bedarf an Proteinen, Energie, Mineralstoffen und Vitaminen ist in dieser Phase besonders hoch, da Knochen aufgebaut, Muskeln entwickelt und Organe geformt werden.

Nährstoffbedarf von Junghennen: Ein detaillierter Blick

Um deine Junghennen optimal zu versorgen, ist es wichtig zu verstehen, welche Nährstoffe sie in welcher Menge benötigen. Die Zusammensetzung des Futters hat direkte Auswirkungen auf das Wachstum, die Entwicklung des Immunsystems und die spätere Fruchtbarkeit.

Proteine – Bausteine für Wachstum und Entwicklung

Proteine sind essenziell für den Aufbau von Gewebe, Muskeln und Knochen. Junghennen benötigen einen höheren Proteingehalt im Futter als erwachsene Tiere. Ein typisches Aufzuchtfutter sollte einen Rohproteingehalt von etwa 18-20 % aufweisen. Hierbei ist nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der Aminosäuren entscheidend. Essenzielle Aminosäuren wie Lysin und Methionin müssen in ausreichender Menge vorhanden sein, um die Proteinsynthese optimal zu unterstützen. Diese Aminosäuren sind oft limitierend, das heißt, ihre Verfügbarkeit bestimmt, wie gut das gesamte Protein verwertet werden kann. Bei industriell hergestelltem Futter wird dies durch die Zugabe von synthetischen Aminosäuren sichergestellt. Bei selbstgemischtem Futter ist die Kombination verschiedener proteinreicher Komponenten wie Sojaschrot, Erbsen oder Fischmehl wichtig, um ein ausgewogenes Aminosäureprofil zu erreichen.

Energie – Treibstoff für Wachstumsprozesse

Neben Proteinen ist auch eine ausreichende Energiezufuhr notwendig, um die schnellen Wachstums- und Entwicklungsprozesse der Junghennen zu unterstützen. Die Energie wird primär aus Kohlenhydraten und Fetten bezogen. Ein moderater Energiegehalt im Futter verhindert übermäßiges Fettwachstum, während gleichzeitig genügend Energie für alle Stoffwechselvorgänge zur Verfügung steht. Der Energiegehalt wird oft in ME (metabolisierbare Energie) angegeben und sollte im Bereich von 2700-2900 kcal/kg liegen. Eine zu geringe Energiezufuhr kann das Wachstum verlangsamen und die Hennen schwächen, während eine zu hohe Energiezufuhr zu Übergewicht und Stoffwechselproblemen führen kann.

Mineralstoffe – Fundament für Knochen und Stoffwechsel

Mineralstoffe sind für eine Vielzahl von Körperfunktionen unerlässlich. Besonders wichtig für heranwachsende Hühner sind:

  • Calcium (Ca) und Phosphor (P): Diese beiden Mineralien sind entscheidend für den Aufbau und die Festigkeit von Knochen und Skelett. Ein ausgewogenes Verhältnis von Calcium und Phosphor ist wichtig, da ein Ungleichgewicht die Aufnahme des jeweils anderen beeinträchtigen kann. Ein typisches Verhältnis liegt bei etwa 2:1 (Calcium zu Phosphor). Der Gehalt an Calcium sollte im Aufzuchtfutter zwischen 0,8 % und 1,0 % und der an Phosphor zwischen 0,5 % und 0,7 % liegen. Zu wenig Calcium und Phosphor kann zu Rachitis und Knochendeformationen führen.
  • Natrium (Na) und Chlorid (Cl): Diese Elektrolyte sind wichtig für den Wasserhaushalt und die Nervenfunktion. Sie sind oft als Salz (Natriumchlorid) im Futter enthalten.
  • Spurenelemente: Eisen, Kupfer, Zink, Mangan, Jod und Selen sind zwar nur in geringen Mengen erforderlich, aber unerlässlich für zahlreiche Stoffwechselprozesse, die Immunfunktion und die Enzymaktivität. Ein Mangel an Spurenelementen kann zu Wachstumsstörungen, verminderter Fruchtbarkeit und erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen.

Vitamine – Co-Faktoren für Stoffwechsel und Gesundheit

Vitamine sind organische Verbindungen, die der Körper nicht selbst herstellen kann und die für unzählige biochemische Reaktionen benötigt werden. Für Junghennen sind besonders wichtig:

  • Vitamin A: Wichtig für das Wachstum, die Sehkraft, die Haut- und Schleimhautgesundheit sowie die Fortpflanzung.
  • Vitamin D3: Unverzichtbar für die Aufnahme von Calcium und Phosphor und somit für die Knochenbildung.
  • Vitamin E: Ein wichtiges Antioxidans, das die Zellen vor Schäden schützt und die Immunfunktion stärkt.
  • B-Vitamine (z.B. B1, B2, B6, B12, Biotin, Folsäure): Diese sind entscheidend für den Energiestoffwechsel, die Nervenfunktion und die Zellteilung. Ein Mangel kann zu Wachstumsdepressionen und neurologischen Störungen führen.
  • Vitamin K: Wichtig für die Blutgerinnung.

Industriell hergestellte Aufzuchtfutter sind in der Regel mit einem umfassenden Vitamin- und Mineralstoffpaket angereichert, um sicherzustellen, dass alle Bedürfnisse gedeckt sind. Bei selbstgemischten Futtern muss auf die sorgfältige Zugabe geeigneter Premixe geachtet werden.

Die verschiedenen Phasen der Junghennenaufzucht und das passende Futter

Die Aufzucht von Hühnern lässt sich grob in zwei Hauptphasen unterteilen, für die jeweils angepasste Futtermittel empfohlen werden:

Phase 1: Kükenstarter (ca. 0-6 Wochen)

In dieser sensibelsten Phase benötigen die Küken ein besonders energiereiches und leicht verdauliches Futter. Der Kükenstarter zeichnet sich durch einen hohen Proteingehalt (oft 18-20 %), einen angepassten Energiegehalt und eine feine Partikelgröße aus, die für die kleinen Schnäbel gut aufzunehmen ist. Oft ist dieser Futtertyp auch als Pellets oder Körnermischung erhältlich. Wichtig ist, dass die Küken jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben. Die Zugabe von Kokzidiostatika kann in dieser Phase zur Vorbeugung von Kokzidiose sinnvoll sein, insbesondere wenn die Tiere aufgestallt werden, wo eine erhöhte Parasitenausbreitung möglich ist.

Phase 2: Junghennenfutter (ca. 6 Wochen bis Legebeginn)

Sobald die Küken die ersten Wochen überstanden haben und etwas robuster werden, kann auf ein Junghennenfutter umgestellt werden. Dieses Futter hat in der Regel einen etwas geringeren Proteingehalt (oft 15-17 %) und einen moderateren Energiegehalt, da der Hauptwachstumsschub vorbei ist und der Fokus nun auf der weiteren Skelettentwicklung und dem Aufbau des Immunsystems liegt. Der Calciumgehalt ist in dieser Phase noch relativ niedrig, um die Entwicklung des Skeletts zu fördern, ohne eine zu frühe Stimulation der Eierstockentwicklung zu riskieren.

Fütterungspraktiken und wichtige Hinweise

Die Art und Weise, wie du deine Junghennen fütterst, ist ebenso wichtig wie die Zusammensetzung des Futters selbst. Beachte folgende Punkte:

  • Kontinuierliche Verfügbarkeit: Sorge dafür, dass deine Junghennen jederzeit Zugang zu frischem Futter und Wasser haben. Futterautomaten und Nippeltränken eignen sich hierfür gut.
  • Hygiene: Regelmäßiges Reinigen von Futtertrögen und Tränken ist essenziell, um die Ausbreitung von Krankheiten zu verhindern.
  • Futterumstellung: Führe Futterumstellungen schrittweise durch, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Mische das neue Futter nach und nach unter das alte, über einen Zeitraum von etwa einer Woche.
  • Zugabe von Grünfutter: Nach etwa 6-8 Wochen kannst du beginnen, in kleinen Mengen frisches Grünfutter wie Salatblätter, Kräuter oder gehackte Gemüsereste anzubieten. Achte darauf, keine zu großen Mengen zu füttern, damit das Hauptfutter nicht verdrängt wird.
  • Kein Legemehl in der Aufzucht: Verwende kein Legemehl für Junghennen. Legemehl hat einen höheren Calciumgehalt, der die Entwicklung der Eierstöcke zu früh stimulieren kann, was unerwünscht ist.

Die richtige Futterform: Krümelfutter, Pellets oder Körnermischung?

Die Form des Futters kann die Aufnahme und Verdauung beeinflussen:

  • Krümelfutter: Besteht aus kleinen, nicht zusammengepressten Futterpartikeln. Es ist besonders gut für Küken geeignet, da es leicht aufzunehmen ist und ein geringes Staubaufkommen hat.
  • Pellets: Das Futter wird zu kleinen Stäbchen gepresst. Dies reduziert die Selektivität der Tiere (sie picken nicht nur einzelne Komponenten heraus) und minimiert Staub. Für etwas größere Junghennen sind Pellets gut geeignet.
  • Körnermischung: Eine Mischung aus verschiedenen Körnern und Saaten. Sie ist oft für ältere Hühner gedacht oder als Ergänzung. Für Küken ist sie weniger geeignet, da sie die einzelnen Komponenten selektiv picken und möglicherweise eine unausgewogene Nährstoffaufnahme haben.

Häufige Probleme bei der Futterwahl und -gabe

Auch bei bester Absicht können Probleme auftreten. Hier sind einige Beispiele:

  • Wachstumsverzögerungen: Können durch unzureichende Nährstoffzufuhr (Protein, Energie) oder Verdauungsprobleme verursacht werden.
  • Knochenprobleme (Rachitis): Oft bedingt durch Mangel an Calcium, Phosphor oder Vitamin D3.
  • Verdauungsstörungen: Können durch plötzliche Futterumstellungen, schlechte Futterqualität oder mangelnde Hygiene entstehen.
  • Selektives Picken: Wenn Tiere bestimmte Bestandteile des Futters bevorzugen, kann dies zu Nährstoffmängeln führen. Dies tritt häufiger bei Körnermischungen auf.

Übersicht der wichtigsten Futterkomponenten für Junghennen

Nährstoffkategorie Funktion bei Junghennen Typischer Gehalt (Aufzuchtfutter)
Rohprotein Muskelaufbau, Gewebebildung, Entwicklung 18-20 %
Energie (ME) Wachstumsprozesse, Stoffwechsel 2700-2900 kcal/kg
Calcium (Ca) Knochenaufbau, Skelettbildung 0,8-1,0 %
Phosphor (P) Knochenaufbau, Stoffwechsel 0,5-0,7 %
Aminosäuren (Lysin, Methionin) Proteinsynthese, optimiert Proteinverwertung Entsprechende Mengenangaben in der Zusammensetzung
Vitamine (A, D3, E, B-Komplex) Immunfunktion, Stoffwechsel, Zellschutz, Knochengesundheit Angereichert nach Bedarf
Spurenelemente (Eisen, Zink etc.) Enzymaktivität, Immunabwehr, Stoffwechselfunktionen Angereichert nach Bedarf

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Hühnerfutter Aufzuchtfutter Junghennen

Ab wann dürfen meine Küken Aufzuchtfutter fressen?

Deine Küken können bereits ab dem ersten Tag nach dem Schlüpfen mit speziellem Kükenstarterfutter gefüttert werden. Dieses Futter ist fein gemahlen, leicht verdaulich und enthält alle essenziellen Nährstoffe, die sie für ihre ersten Lebenswochen benötigen.

Wie lange füttere ich Aufzuchtfutter oder Junghennenfutter?

Die Umstellung auf Kükenstarter erfolgt direkt nach dem Schlupf und wird in der Regel bis zur 6. Lebenswoche beibehalten. Danach erfolgt die Umstellung auf ein spezielles Junghennenfutter, das dann bis zum Beginn der Legeperiode (ca. 18-20 Wochen) gefüttert wird.

Muss ich spezielles Futter für unterschiedliche Rassen verwenden?

Für die meisten Rassen ist ein hochwertiges Standard-Aufzuchtfutter bzw. Junghennenfutter ausreichend. Bei sehr speziellen Rassen, die extrem auf Wachstum oder Federbildung gezüchtet sind, können jedoch individuelle Anpassungen sinnvoll sein. Informiere dich hierzu beim Züchter oder Fachhandel.

Kann ich meinen Junghennen auch Küchenabfälle füttern?

Küchenabfälle sollten nur eine Ergänzung und niemals die Hauptnahrungsquelle darstellen. Achte darauf, dass die Abfälle frisch sind und keine verdorbenen oder stark gewürzten Reste enthalten. Vor allem für Küken sind sie ungeeignet.

Was ist der Unterschied zwischen Kükenstarter und Junghennenfutter?

Kükenstarter ist für die allerjüngsten Küken gedacht und hat einen sehr hohen Energie- und Proteingehalt sowie eine feinere Partikelgröße. Junghennenfutter hat einen etwas geringeren Energie- und Proteingehalt und ist auf die Bedürfnisse von Hühnern im Wachstum ab der 6. Lebenswoche ausgerichtet, die sich auf den Aufbau von Knochen und ein starkes Immunsystem konzentrieren.

Wie viel Futter pro Tag benötigen meine Junghennen?

Die Futtermenge variiert je nach Alter und Rasse. In den ersten Wochen benötigen Küken etwa 10-20 Gramm Futter pro Tag. Mit zunehmendem Alter steigt der Bedarf. Im Alter von 16 Wochen können Junghennen bis zu 100-120 Gramm Futter pro Tag aufnehmen. Achte darauf, dass das Futter kontinuierlich verfügbar ist.

Welche Zusatzstoffe sind in Aufzuchtfutter wichtig?

Besonders wichtig sind ein ausgewogener Aminosäuregehalt (Lysin, Methionin), die richtigen Verhältnisse von Calcium und Phosphor, essenzielle Vitamine (A, D3, E, B-Vitamine) sowie wichtige Spurenelemente wie Zink, Mangan und Selen. Bei industriellem Futter sind diese bereits optimal abgestimmt.

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